GL - Noble Denton
Risikobewertung

Risikobewertung

Risiko- und Sicherheitsanalysen sind ein wichtiger Bestandteil moderner Technologie. Für unkonventionelle Designs, die von den Vorschriften abweichen, sind solche Bewertungen sogar fundamental.

Risikobewertung und -analysen
Risiko- und Sicherheitsanalysen sind essentiell für die Entwicklung moderner Technologien. Nicht nur in der Verfahrenstechnik gehören Methoden wie die Sicherheitsanalyse, die qualitativen Risikobewertungsmethoden (z. B. FMEA) und die Quantifizierung der Ausfallwahrscheinlichkeit und Konsequenzen inklusive der Bestimmung der Sicherheitsanforderungsstufe (SIL) zum Tagesgeschäft.

Äquivalenzanalyse
Unkonventionelle Schiffsentwürfe können unter Umständen von den Anforderungen des SOLAS-Abkommens abweichen. Die IMO-Richtlinien MSC Circ. 1002 und MSC Circ. 1212 beschreiben die erforderlichen Schritte für den Nachweis eines äquivalenten Sicherheitsniveaus. Der Germanische Lloyd führt dazu Äquivalenzanalysen in den Bereichen Brandschutz, Rettungsmittel und -einrichtungen sowie Maschinentechnik und elektrische Anlagen durch.

Safe-Return-to-Port
Fahrgastschiffe, die am 1. Juli 2010 und danach gebaut werden und über drei oder mehr Hauptbrandabschnitte oder eine Länge von 120 m oder mehr verfügen, müssen die neuen SOLAS-Vorschriften "Safe Return to Port" II-1/8-1, II-2/21 und II-2/22 erfüllen. Für diese Schiffe muss nach einem definiertem Brand- oder Flutungsszenario der Betrieb sicherheitsrelevanter Systeme (nach MSC.1/Circ. 1214) sichergestellt werden. Ähnliche Untersuchungen können auch für andere Schiffstypen wie HSC- oder Marineschiffe angewandt werden.

Kontakt: srtp@gl-group.com

Bewertung von Sicherheit und Zuverlässigkeit
In vielen Branchen, wie der Seefahrt und der Luftfahrt, haben sich Risikoanalysen zur Bewertung des Sicherheitsniveaus etabliert. Dadurch können systembedingte Risiken besser eingeschätzt und die Flexibilität von Entwürfen erhöht werden. In der Risikobewertung wird ein System oder ein Prozess im Hinblick auf die Auftretenswahrscheinlichkeit von Fehlern sowie der Schwere der möglichen Folgen analysiert. Die Risikobewertung erfolgt unter Anwendung von qualitativen und quantitativen Methoden.

Risikobasiertes Inspektionskonzept (Risk Based Inspection Concept, RBI)

Eine systematische Methode zur Entwicklung eines optimierten, kosteneffizienten Prüfungsplans ist die risikobasierte Inspektion (RBI). RBI hat viele Vorteile - insbesondere für ältere Strukturen, Pipelines und Netzwerke. Beispielsweise sind Rohrleitungen für Erdöl und Gas die zentralen Lebensadern für die globale Energieversorgung. Durch diese enorme Bedeutung wird der Integrität dieser Systeme höchste Priorität zugeschrieben. Operative Risiken wie Ausfallzeiten, Leckagen oder Sicherheitsrisiken können so gering wie möglich gehalten werden. Weitere Informationen zum Thema unter GALIOM (auf der GL Noble Denton Website).

Evakuierungsanalyse
Für neue Ro-Ro-Fahrgastschiffe sind Evakuierungsanalysen gemäß IMO MSC/Circular 1238 vorgeschrieben; für alle anderen Fahrgastschiffe werden sie empfohlen. Der Germanische Lloyd bietet effiziente und transparente Simulationen von komplexen Evakuierungsszenarien unter Anwendung der Software AENEAS. Diese Simulationen können Passagierströme in Notfallsituationen abbilden.

Bewertung des Kollisionsrisiken
Hier wird das Kollisionsrisiko zwischen Schiffen untereinander, bzw. zwischen Schiffen und festen oder schwimmenden Anlagen bewertet. Dies ist besonders bei Bohrinseln oder Windkraftanlagen von Interesse. Bei der Ermittlung von Eintrittshäufigkeiten wird die Wirkung risikomindernder Maßnahmen, wie z.B. AIS-Kennzeichnung, Verkehrsüberwachung oder der Einsatz von Notfallschleppern berücksichtigt. Dabei werden sowohl manövrierfähige als auch manövrierunfähige (treibende) Schiffe betrachtet.

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